Johann Zak

Hauptwachmeister der Feuerschutzpolizei. Widerstandskämpfer. Erschossen.

* 1903   † 1944

 

Lebenslauf

Johann Zak wurde am 20.6.1903 in Wien geboren. Er arbeitete als Hauptwachmeister der Feuerschutzpolizei.

Mitwirkung am Aufbau einer Widerstandsorganisation, "Rote Hilfe", Verhaftung

Innerhalb der Wiener Berufsfeuerwehr hat Johann Zak am Aufbau einer Widerstandsorganisation mitgewirkt. Seine Aufgabe war es, Mitglieds- und Spendenbeiträge für die “Rote Hilfe” zu kassieren. Im Februar 1943 eruierte die Gestapo Zellenmitglieder der Widerstandsgruppe. Insgesamt 48 Personen wurden dahingehend identifiziert und verhaftet. Johann Zaks Festnahme erfolgte am 22. Februar 1943.

Todesurteil, Einweisung in das KZ Mauthausen, Rückkehr nach Wien

Da die Feuerwehr ab Herbst 1939 als Feuerschutzpolizei zu den Ordnungsstreitkräften gehörte, lag die Gerichtszuständigkeit beim Obersten SS- und Polizeigericht in München. Dort wurden über fünfzig Wiener Feuerwehrmänner angezeigt, angeklagt und schließlich in einer fast zweiwöchigen Verhandlung in Wien (vom 13. bis 25. März 1944) wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ und „Landesverrats“ fast allesamt schuldig gesprochen.

Johann Zak und seine Berufskollegen Franz Pascher, Hermann Plackholm, Johann Perthold und Oskar Schlaf wurden zum Tode verurteilt.

Die Feuerwehrmänner wurden nach dem Urteil in das KZ Mauthausen eingewiesen, und von dort am 27. Oktober 1944 gemeinsam mit den anderen zum Tode Verurteilten nach Wien rücküberstellt.

Abschiedsbrief an seine Mutter

Johann Zak schrieb einen Tag vor seiner Hinrichtung einen Abschiedsbrief an seine Mutter:

“Liebe Mutter!
Wenn Du meine Zeilen erhältst, bin ich nicht mehr am Leben. Liebe Mutter, verzeihe mir alles, was ich Dir an Kummer und Sorgen im Leben angethan habe. Ich habe in meiner Haft manche Menschen kennen gelernt, die nicht würdig sind, dass man für solche Menschen sich opfert. Mein Schicksal war mit bestimmt, daran ist nichts zu ändern; kränke Dich nicht, denn ich bin nicht der Einzige, der sein Leben für seine Kameraden geopfert hat, nur um zu helfen, war mein Lebenszweck; den Menschen zu helfen, welche in der Noth sind, ist doch ein wunderbares Gefühl, und ich habe geholfen als Feuerwehrmann und als Kamerad, darauf bin ich stolz in meinen letzten Stunden, denn ich fürchte den Tod nicht, denn mein Gewissen ist rein und frei.
Meine ganzen Sachen, was mit gehören, ist Dein Eigenthum, gib nur der Gretl ein Stück, was sie sich wünscht, denn ich habe viele und schöne Stunden mit ihr verlebt.
So schließe ich mein Schreiben mit vielen Grüßen und Küssen.
Dein Sohn Hans
Viele Grüße an alle Bekannten und Bruder.”

Hinrichtung am Schießplatz Kagran gemeinsam mit Hermann Plackholm

Schließlich kam es zum Tag der Hinrichtung am Schießplatz Kagran.

“Ein menschenverachtendes Schauspiel inszenierten die Nationalsozialisten bei der Hinrichtung von Wiener Feuerwehrmännern am 31. Oktober 1944. Dafür erließ Kommandant Ingenieur Stanzig von der Feuerschutzpolizei am 28. Oktober 1944 einen eigenen Sonderbefehl. Er ordnete an, dass an diesem Tag die Männer der Wiener Feuerwehr in Uniform auf dem Militärschießplatz antreten mussten. Nur einige wenige blieben als Bereitschaftsdienst in den Bezirksfeuerwachen zurück. Nach einem detaillierten Plan wurden sie mit Sonderwagen der Wiener Straßenbahn, die von mehreren Betriebsbahnhöfen in den Bezirken abfuhren, nach Kagran gebracht. Für Feuerwehroffiziere waren eigene Beförderungsmöglichkeiten vorgesehen. Jenen Männern, die sich vielleicht diesem „Spektakel“ entziehen wollten, die eventuell schon eine Vorahnung hatten, was da auf sie zukommen könnte, drohte der SS-Standartenführer Ing. Stanzig mit disziplinären Maßnahmen. „Diese sowie alle am Sammelplatz verspätet Eintreffenden haben schriftlich Meldung über die Gründe ihres verspäteten Eintreffens den zuständigen Disziplinarvorgesetzten [...] zu erstatten. Ich erwarte trotz der ungünstigen Verkehrsverhältnisse ein pünktliches Antreten und werde gegebenenfalls Säumige zur Rechenschaft ziehen.“

Am frühen Morgen des 31. Oktober 1944 wurden die fünf zum Tode Verurteilten an Pfählen auf dem Militärschießplatz Kagran angebunden, ihre zwangsweise abkommandierten Kameraden mussten im offenen Karree antreten, Zak rief noch „Ich grüße noch einmal alle meine Kollegen“, Plackholm ergänzte „Auch ich“, dann erschoss ein Exekutionskommando Hermann Plackholm und Johann Zak. Den drei anderen an Pfählen gebundenen Feuerwehrleuten, die die Hinrichtung ihrer beiden Freunde und Gesinnungsgenossen miterleiden mussten, teilten die barbarischen Henker nach diesem grausigen „Spektakel“ ihre Begnadigung zu lebenslänglichem Zuchthaus mit und schickten sie wieder in das Konzentrationslager Mauthausen.

Johann Perthold, ein Augenzeuge, berichtete von der Hinrichtung seiner Kameraden

Johann Perthold, einer der Begnadigten, berichtete von der Hinrichtung seiner Kameraden Johann Zak und Hermann Plackholm:

„Wir 3 wurden von der Todesstrafe zu lebenslang begnadigt u. mußten bei der Erschießung der beiden anderen Gen. als abschreckendes Bsp. [Beispiel] anwesend sein. Am frühen Morgen wurden wir wieder gefesselt und unter brutaler Behandlung mittels Schubwagen zur Richtstätte am Schießplatz Kagran geführt. Bevor wir noch ankamen, verabschiedeten wir uns von den zwei zum Tode verurteilten Genossen. Verließen den Schubwagen und gingen ohne uns zu führen jeder zu seinem Pfahl, wo wir im gefesselten Zustande von Brust bis zu den Füßen mit Stricken angebunden wurden. Vor uns standen 600 Mann der WBF, die als abschreckendes Bsp. hinkommandiert wurden. Nach nochmaligem Verlesen des Urteils wurden den beiden Gen. [Plackholm und Zak] in der Herzgegend mit Kreide Kreise gezogen, die Binden vor die Augen gegeben, die sie zwar verweigerten, ein kurzer Befehl und wir hatten zwei brave herrliche Gen. verloren, die aber in unserem Geist immer fortleben werden."“

Ein gemeinsamer Grabstein für Johann Zak und Hermann Plackholm auf der Gruppe 40

Im Herbst 1949, also einige Jahre nach ihrer Ermordung, wurden in der Schachtgräberanlage der Gruppe 40 des Wiener Zentralfriedhofes, in der Reihe 20, Grab 190, die hier verscharrten Leichen von Hermann Plackholm und Johann Zak gefunden. Ein gemeinsamer Grabstein erinnert dort heute an die beiden Widerstandskämpfer.

Straßenbenennung

1988 wurde in Wien-Aspern eine Straße nach dem Hingerichteten ernannt, der Johann-Zack-Weg.

Gedenkstein an der Zentral­feuer­wache Am Hof

Seit 1947 erinnert das Denkmal für die vom Faschismus ermordeten Feuerwehrmänner an der Wiener Feuerwehrzentrale Am Hof an den Widerstandskämpfer gegen den Austrofaschismus Georg Weissel und an fünf Opfer der NS-Justiz, die Kommunisten Ludwig Ebhart, Josef Schwaiger, Rudolf Haider, Hermann Plackholm und Johann Zak. Das Denkmal wurde von Mario Petrucci gestaltet und zeigt einen enthaupteten Feuerwehrmann, der seinen Kopf im rechten Arm hält.

Gedenkstein am Schießplatz Kagran

Dort, wo sich einst der Schießplatz Kagran befunden hat, erinnert ein Gedenkstein an die erschossenen österreichischen Freiheitskämpfer, darunter Angehörige der Wiener Feuerwehr.

Die Gedenkstätte auf der Gruppe 40, Zentralfriedhof

Weblinks und Quellen

Wir erinnern uns

Sie sind eingeladen, Ihre persönliche Erinnerung an
Johann Zak nieder zu schreiben.

Erinnerung schreiben

Einladung versenden


Porträt teilen